Starlight Express rockt den „Kohlenpott“

Auf meiner sommerlichen Entdeckungsreise durch Deutschland besuchte ich unter anderem die sechstgrößte Stadt Nordrhein-Westfalens, die im Zentrum des größten Ballungsraums Deutschlands liegt. Was mich jedoch dieses Mal nach Bochum zog, war nicht der Bergbau und auch nicht Herbert Grönemeyer (der übrigens schon lange nicht mehr dort lebt), sondern der legendäre Starlight Express!

Das Erfolgsmusical erzählt den Traum eines Kindes, in dem Züge aus verschiedenen Ländern an einem rasanten Rennen teilnehmen. Der amtierende Weltmeister ist die Diesellok „Greaseball“. „CoCo“, der Schnellzug aus Frankreich, „Manga“ der japanische Shinkansen-Zug, der italienische Rom-Mailand-Express „Espresso“, der deutsche ICE „Ruhrgold“ und die junge Dampflok „Rusty“ fordern den „Diesel-Protz“ heraus. Der Held der Geschichte ist die junge, aber rostige Dampflok „Rusty“.

Showfoto STARLIGHT EXPRESS

Seit 2018 starten bei der internationalen Züge-Weltmeisterschaft auch weibliche Lokomotiven, wie zum Beispiel die französische Lok „Coco“. Die Figur der „Alte Dampflok“, die bisher vom „Papa“ verkörpert wurde, ist in der neuen Version eine „Mama“. Neu im Rennen ist der internationale Zug „Brexit“, der jedoch nur einen kurzen Auftritt hat, da er die falsche Ausfahrt erwischt und somit ausscheidet. Ein kleiner Seitenhieb?

Showfoto STARLIGHT EXPRESS

Die E-Lok „Electra“ wurde mit modernsten technischen Spezialeffekten ausgestattet. Neu im Spiel ist auch der 1.-Klasse-Waggon „Pearl“, der sich zwar zu „Rusty“ hingezogen fühlt; doch zu seiner großen Enttäuschung fährt Pearl doch das erste Rennen mit „Electra“.

In seiner größten Trauer taucht plötzlich der legendäre Starlight Express auf, der dem mutlosen „Rusty“ zu neuem Selbstbewusstsein verhilft. Mit neuem Mut geht die rostige Dampflok ins Finale und „Pearl“ begreift, wer ihre wahre Liebe ist.

Showfoto STARLIGHT EXPRESS

Zum ersten Mal besuchte ich diese spektakuläre Musicalshow bereits 1988 und war schon damals sehr beeindruckt. Zum 30-jährigen Jubiläum 2018 wurde das Musical umfassend überarbeitet und modernisiert. In der Rekordzeit von nur 19 Monaten wurden ein neues Bühnenbild, neue Soundanlage und ein höchst innovatives Lichtdesign kreiert. Andrew Lloyd Webber hat unter anderem an passenden Stellen neue musikalische Akzente gesetzt. So wurde das Musical zum Beispiel durch einen mitreißenden und vom Publikum gefeierten Rap bereichert. Auch die Bandansage des kleinen Jungen wurde entsprechend der heutigen Zeit überarbeitet. 

Wie sich die Produktion an aktuelle Begebenheiten anpasst, wird einem bereits im „Opening“ klar vorgeführt. Während die internationalen Lokomotiven mit wehenden Fahnen an den Zuschauern vorbeirasen, darf der russische Trans-Sibirien-Express „Turnov“ zwar mitfahren, seine Fahne bleibt jedoch eingerollt. Der Grund ist Russlands Angriffskrieg in der Ukraine. Eine weitere Solidaritätsbekundung ist die leicht veränderte Textpassage: aus „Putins Shootingstar“ wurde „Hashtag Oligarch“. 

Starlight Express – das ist: rasante Unterhaltung, Eintauchen in eine fantasievolle Welt von Geschwindigkeit, spektakuläre Action und tiefe Emotionen. Die Reise quer durch Deutschland hat sich gelohnt und mein siebenjähriges Ferienkind Nora war mindestens so begeistert wie ich. Nebenbei: uns trennen 66 Jahre!

So sieht Begeisterung aus!

Empfehlenswert ist das „Family & Friends“ Sommerangebot (gültig noch bis 9. September 2022) ab 150 €. Nutzen können es Familien bis zu 5 Personen mit mindestens 2 Kindern (Family-Paket), oder bis zu 4 Erwachsene (Friends-Paket).

Skate Warm-up

Skate Warm-up jeden Donnerstag: Für 19,90 € (Erwachsene) und 14,90 € (Kinder) kann man dem Ensemble beim Skate-Warm-up zuschauen und nebenbei auch interessante Informationen zum Musicaltheater erfahren.

Informationen dazu unter: www.starligt-express.de/family-friends

Tickets und weitere Infos: www.starlight-express.de

Rügen

Die Ostseeinsel ist vor allem bekannt wegen der weitläufigen Strände und der weißen Kreidefelsen – dem „Königsstuhl“ auf der Halbinsel Jasmund. Die zwölfstündliche Autofahrt hat uns ziemlich viel Geduld abverlangt, doch am Ziel waren alle Strapazen vergessen. Bisschen Wind, bisschen bewölkt, genug Sonne und viel Strand!

Über den Kreidefels muss man nicht mehr viel schreiben. Er ist da und eine Attraktion! Weniger bekannt ist das in Sassnitz liegende englische U-Boot „HMS Otus“, das als Marinemuseum genutzt wird. Platzangst sollte man nicht haben.

Empfehlenswert ist eine Radtour auf die Halbinsel Bug (500 ha) – südlichwestlich von Dranske – misst an der schmalsten Stelle nur 55 Meter. Der Name „Bug“ wird zum einen auf den im Jahre 1284 erstmals urkundlich erwähnten Inhaber der Landzunge, Ritter Antonius de Buge, zurückgeführt. Zum anderen wird Bug von der deutschen Bedeutung „Biegung“ abgeleitet. An der südlichsten Spitze befindet sich der sogenannte„Buger Haken“. Er ist der größte „Sandhaken“ der Insel und wächst weiter. In den Jahren 1835 bis 1930 wuchs er durch Sandanlagerungen jährlich um durchschnittlich sechs Meter. 1961 bis 1965 errichtete man dort einen Stützpunkt für die 6. Flottille der Volksmarine; bis 1990 blieb er Stützpunkt der Schnellbootflottille und Sperrgebiet. Im darauffolgenden Jahr wickelte die Bundesmarine den Stützpunkt ab.

Der nördlichste Punkt Rügens soll Kap Arkona sein, was allerdings nicht richtig ist. Ungefähr einen Kilometer weiter nordwestlich befindet sich eine Stelle der Steilküste, Gellort genannt, die noch etwas weiter nördlicher ist. Kap Arkona gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen auf Rügen und lockt jährlich ca. 800.000 Besucher an. Am Kap befinden sich zwei Leuchttürme, ein ehemaliger Marinepeilturm, zwei ehemalige Militärbunker, eine Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes und Reste der Jaromarsburg. Die ehemalige Kultstätte des slawischen Stammes der Ranen war vom 9. bis zum 12. Jahrhundert dem Gott Svatovit gewidmet. In den letzten Jahrhunderten sind immer wieder große Teile des Kliffs ins Meer gestürtzt, weshalb von der Tempelburg heute nur noch der Burgwall sichtbar ist.

Eine Reise an die „Ooostee“ -Lübeck

Die Hansestadt Lübeck wurde 1143 gegründet und erhielt bereits 1160 das Stadtrecht. Sie gilt als die „Königin und Mutter der Hanse“, wird auch die „Stadt der Sieben Türme“ und das „Tor zum Norden“ genannt. Die Altstadt liegt auf einer der Trave-Inseln. Mit ihren unzähligen Kulturdenkmälern wurde sie 1987 als Teil des UNESCO-Welterbes ausgerufen.

Das Holstentor

Die „Backsteingotik“ entstand im Mittelalter, als Lübeck die Hauptstadt der Hanse war. Eines der bekanntesten Wahrzeichen der „Marzipanstadt“ ist das Holstentor, das – selbstverständlich auch aus Backstein – 1478 fertiggestellt wurde. Das spätgotische Bauwerk gehört zusammen mit dem weniger bekannten Burgtor zu den Überresten der Stadtbefestigung.

Über die zahlreichen interessanten Bauwerke könnte man viel schreiben. Doch besonders möchte ich auf die Marienkirche hinweisen, die im 13. – 14. Jahrhundert errichtet wurde und als Vorbild für viele Kirchen dieses Stils im Ostseeraum Pate stand. Mit der Marienkirche wurde der hochstrebende Gotik-Stil aus Frankreich mit norddeutschem Backstein umgesetzt. Bis heute enthält sie das höchste Backsteingewölbe der Welt – das Mittelschiff misst 38,5 Meter. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das zerstörte Bauwerk wieder aufgebaut.

Nach dem Holstentor ist der meistfotografierte Ort von Lübeck der Teufelsstein, der direkt an den Außenmauern der Marienkirche liegt und auf dem seit 1999 ein kleiner bronzener Teufel sitzt. Teufel und Kirche? Eine Tafel klärt auf, hier eine verkürzte Version:

Als man die Grundmauern für die Marienkirche legte, kam der Teufel vorbei. Man erzählte ihm, man sei dabei, ein Weinhaus zu errichten. Der Teufel freute sich und legte begeistert selbst Hand an. Wegen seiner teuflischen Kräfte soll die Kirche in Rekordzeit entstanden sein. Kurz vor Fertigstellung aber wurde dem Teufel klar, dass er hereingelegt worden war, dass er an einem Gotteshaus mitgebaut hatte. Wutentbrannt wollte er einen großen Steinbrocken auf die fast fertige Kirche schleudern. Doch als man ihm versprach, daneben noch ein Weinhaus zu bauen, ließ er den den Riesenbrocken neben der Kirchenmauer fallen. Ob er sich an dem Ratskellerbau beteiligte, weiß man nicht.“

Ohne es zu wissen, half der Teufel beim Kirchenbau

Sommerreise durch Deutschland fe more – Fehmarn

Die wunderschöne Ostseeinsel wurde vor rund 4300 Jahren durch geologische Kräfte vom Festland abgetrennt. Die ersten Siedlungsspuren deuten auf Fischer. In der Zeit von 400 bis 900 n. Chr. besiedelten Slawen weite Teile der Region im Nordosten, unter anderem Pommern (po more – am Meer) und Fehmarn (fe more – im Meer).

Wir haben die Insel „per pedales“ erkundet. Dabei stießen wir auf einen 2,5 m hohen Gedenkstein. Nicht schlecht überrascht hat uns die Inschrift: „Am 5. September 1970 um 12:56 betrat Jimi Hendrix hier die Bühne des Love-and-Peace-Festivals.“ Es war sein letzter Auftritt vor seinem Tod. Diese Pilgerstätte ist nicht ganz einfach zu finden. Sie liegt am Ende des Campingplatzes „Flügger Strand“, ca. 60 m vom Strand entfernt.

Die fleißigen Radler Sonja und Wolfgang

Das Naturschutzgebiet – mit strengsten Auflagen, ein sogenanntes „Totalreservat“ – befindet sich südlich von Flügge auf dem Nährungshaken, „Krummsteert“ (krummer Schwanz) genannt. Gerne hätten wir dieses Gebiet durchfahren, doch auf Grund des Prozessschutzes ist das Betreten streng verboten.

Begeistert haben uns die Blütenrabatten entlang der meisten Landstraßen.

Kornblumen und Klatschmohn

In Burg, der „Hauptstadt“ der Insel, sollte man unbedingt das Aquarium mit Deutschlands größtem Haifischbecken besuchen. Das „Meereszentrum“ wurde 2005 fertiggestellt und hat sicher schon bessere Tage erlebt. Trotzdem: wann hat man schon Gelegenheit, Sandtiger-, Schwarzspitzen-, Zitronen- und Ammenhaie aus nächster Nähe zu beobachten? Erwähnenswert ist auch eine weitere Attraktion: In einer 900 Quadratmeter großen Freiflughalle flattern bis zu 1000 Falter herum. Rund vierzig verschiedene Arten, unter anderem auch der größte Schmetterling der Welt. Selbst wenn man nicht gerade das Glück hat, den Atlas-Seidenspinner mit einer Flügelspanne von bis zu 30 cm in seiner ganzen Pracht zu sehen (er hat eine Lebensdauer von nur fünf Tagen), ist ein Besuch im Schmetterlingspark recht vergnüglich und interessant.

Tourist-Informationen

Dialog 2005 -2022

Augsburg und Liberec

Die Kulturtage der beiden Partnerstädte Liberec und Augsburg –  mit der Überschrift „Dialog“ – fördern die Begegnung zweier Völker, die nicht nur während einiger Kulturtage im Dialog stehen wollen. Es ist ein Dialog, der Wochen, Monate, Jahre, ja Jahrzehnte fortdauert. „Dialog“ ist ein Symbol für eine Nachbarschaft, deren Sprache sich zwar unterscheidet, die aber im Denken und in der Sicht auf wichtige Dinge des Lebens zusammentrifft.

Die Veranstaltungsreihe (erstmalig im Oktober 2005 in Liberec) findet im 2-jährigen Wechsel statt. Sie ist ein Baustein in den Gesamtaktivitäten der beiden Partnerstädte Augsburg und Liberec (2001 – 2022). Mittels des kulturellen Austauschs sollen sich die Menschen – trotz der sprachlichen Barrieren – besser kennenlernen. Die jeweiligen Programme beinhalten ein breites Spektrum von Darbietungen im Genre Theater, Film, Musik, Vorträge, und Kunstausstellungen. Die Verantwortlichen sind bemüht, alle Altersgruppen einzubinden und anzusprechen. Bausteine einer reizvollen Nachbarschaft sind unter anderem gemeinsames Erleben, gemeinsames Gestalten, sowie gegenseitige Besuche der Bürger.

Projekte wie das hier beschriebene begünstigen die Reisebereitschaft und somit auch das gegenseitige Kennenlernen der Städte und deren Umgebung, sowie der Menschen. Sich mit den Eigenarten und Bräuchen der anderen auseinanderzusetzen, fördert das gegenseitige Verstehen und steigert die eigene Toleranzbereitschaft allem Fremden gegenüber. Die Durchführung eines solchen Projekts trägt zur Belebung der Partnerschaften bei. Dank internationaler Werbung (in Deutschland und Tschechien) wird das Prestige der jeweiligen Regionen und Städte erhöht.

Die langjährige und unverkrampfte Zusammenarbeit fördert schon im Vorfeld, auch auf oft schwierigem Terrain, die gegenseitige Annäherung und das Verständnis mit einer äußerst positiven Folgewirkung. Vertreter aller Bereiche, in diesem Fall Augsburger, Liberecer und Reichenberger – auch generationenübergreifend – stellen seit über 20 Jahren gemeinsam ein ausgewogenes Kulturprogramm zusammen. 

So fanden in Zusammenarbeit mit den Augsburger Kunstsammlungen und der Obastní Galerie Liberec alle zwei Jahre beachtenswerte Ausstellungen statt. Vorgestellt wurden z. B. Künstler wie Lüpertz, Kaminski, Hama, Jiroutek. Letzterer setzte sich fotografisch mit dem Thema „Schwarz-Weiß“ a useinander. Mit diesem Projekt ist es erstmals gelungen, Kunst und Politik überlappend darzustellen. Denn das gesellschaftspolitische Gefüge zwischen Tschechen, Sudetendeutschen und Einheimischen ist immer wieder ein Thema, wenn auch mittlerweile mit deutlich abschwellender Tendenz.

Mit dem Thema „überWunden“ wurde ein weiteres Zeichen zu „gemeinsam geht es besser“ gesetzt. In einem Workshop wurden unter der Leitung der Künstlerin Jitka Mrázková aus Liberec, zusammen mit in Augsburg lebenden Flüchtlingen, Beton-Platten mit dem Titel „Spuren – Stopy“, hergestellt und dauerhaft im Botanischen Garten und auf einem Spielplatz des Grandhotel Cosmopolis verlegt. Und weil Musik keine Grenzen und keine Verständigungshindernisse kennt, sind natürlich immer auch interessante musikalische Programmpunkte vertreten. Unzählige Orchester verschiedener Genres, Chöre und Solokünstler sind seither Teil dieses grenzüberschreitenden Projekts. 

Ein nicht zu übersehendes Faktum solcher Projekte ist, dass die Verbundenheit der Menschen, deren Sprache unterschiedlich ist, spürbar wird und sicher weiter wachsen wird. Man darf nur nicht nachlassen!

Dialog in Liberec 12. – 15. Mai 2022
Dialog „Schwarz – Weiß“

Dialog „überWunden“
Dialog Jiří Jiroutek

Dialog Land-Art-Künstlers Hama Lohrmann

Oh, wie schön ist Panama

Foto: Martin Grüneis

Eine Abenteuerreise für die ganze Familie

Das beliebte Kinderbuch „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch nimmt seit 1978 kleine und große Abenteurer mit auf eine unglaubliche Reise um die Welt – und zeigt ganz nebenbei, worauf es im Leben wirklich ankommt. Die brandneue Musical-Adaption des Klassikers, basierend auf dem gleichnamigen Zeichentrick-Film von 2006, kommt im Mai auf die Bühne des Deutschen Theaters, Schwanthalerstraße 13 in München.

Die Musical-Adaption realisierte Irina Probost, die bereits für die Kinofilm-Produktion als Produzentin verantwortlich zeichnete, in Koproduktion mit Reinhold Hoffmann. Die phantasievolle Musical-Produktion entführt kleine und große Besucher live an Bord des Segelboots mit Kurs auf das vermeintliche Paradies. Eine wundervolle poetische Geschichte über Freundschaft, Heimat und das große Glück.

Regisseur Florian Schmidt inszeniert das interaktive Singspiel – mit und im Publikum – für Weltenbummler ab vier Jahren. Die spritzigen Lieder von Pop über Rock bis HipHop, die von einer fünfköpfigen Live-Band gespielt werden, komponierte Co-Produzent Reinhold Hoffmann, vielen Fans der Band Haindling bekannt. Er komponierte bereits für den Kinofilm den fröhlichen „Panama Song“, der richtig Lust zum Mitsingen macht und natürlich im Musical nicht fehlen darf.

Vorstellungszeiten: 6. – 15. Mai
Montag – Sonntag: 11:00 Uhr und 15:00 Uhr
Donnerstag, 07.01. um 14:00 Uhr und 17:00 Uhr
Freitag, 08.01. um 14:00 Uhr und 17:00 Uhr

Informationen zum Vorverkauf: Tickets: ab 7,50 € (Kind) / ab 15 € (Erwachsener), Ticket-Buchung und Versand über den telefonischen Kartenservice: 089 / 55 23 44 44, Montag bis Freitag, 9:00 bis 18:00 Uhr, Samstag 9:00 bis 14:00 Uhr. Infos und Ticketbuchung auch unter http://www.deutsches-theater.de sowie an der Tageskasse im Deutschen Theater, Schwanthalerstraße 13 (Montag bis Samstag, 10:00 bis 19:00 Uhr), über München Ticket und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Text: Deutsches Theater

Die Päpstin

Das Erfolgs-Musical nach dem gleichnamigen Roman-Bestseller von Donna W. Cross, neuinszeniert von Benjamin Sahler, ist erstmals in München zu sehen.

Foto: Michael Böhmländer

Großartige Songs aus der Feder von Dennis Martin, mitreißende Choreografien und eine opulente Ausstattung entfachen auf der Bühne einen Kampf um Glaube und Liebe. Erzählt wird die Geschichte von Johanna, die sich als Mann ausgibt und vom einfachen Mönch bis zum Papst aufsteigt.

Der Roman Die Päpstin erschien kurz nach seiner Veröffentlichung 1996 in den USA auch in einer deutschen Übersetzung. Bis heute wurde er allein in Deutschland über fünf Millionen Mal verkauft. In der ZDF-Sendung „Unsere Besten“ landete er 2004 in der Kategorie „Die Lieblingsbücher der Deutschen“ auf Platz 10. 2009 verfilmte der Regisseur Sönke Wortmann den Stoff. Zwei Jahre später feierte das Musical seine Uraufführung in Fulda.

Foto: Michael Böhmländer

Text: Deutsches Theater

Vorstellungszeiten vom 6. bis 10. April:
Mittwoch – Freitag: 19:30 Uhr
Samstag: 15:00 Uhr und 19:30 Uhr
Sonntag: 14:30 Uhr und 19:00 Uhr

Richard O’Brien’s Rocky Horror Show ist zurück!

Foto: Jochen Quast
Foto: Foto: Jochen Quast

Trash, Sex und Rock’n’Roll – das sind die Zutaten des fast 50 Jahre alten Kult-Musicals Rocky Horror Show, das von Anfang an seinesgleichen suchte. Schon kurze Zeit nach der Uraufführung 1973 in London wurde die Show zum weltweiten Phänomen und auch als „Rocky Horror Picture Show“ genial verfilmt. Der Einfluss, den sie bis heute auf Drag Shows, Rockbands, Theater und die Burlesque-Szene ausübt, ist kaum zu überschätzen.

Die gelungene und international bejubelte Inszenierung des Regisseurs Sam Buntrock, sowie hervorragende Darsteller, eine versierte Live-Band (Schlagzeug, Fender Bass, E-Gitarre, Keyboards, Saxophon) und Moderator Hardy Krüger jr. sorgten für gute Laune und eine adäquate Stimmung. Und so hat sich auch das Münchner Publikum begeistert an der obligatorischen „Mitmachparty“ beteiligt. Standing Ovations am Ende waren der beste Beweis für einen erfüllten Theaterabend. 

Foto: Foto: Jochen Quast
Foto:Foto: Jochen Quast

Deutsches Theater, München

Vorstellungen noch bis zum 3. April 2022
Dienstag – Freitag: 19:30 Uhr
Samstag: 15:00 und 19:30 Uhr
Sonntag: 14:30 und 19:00 Uhr

Les Djinns

 sonja0502  Allgemein  26. März 2022 2 Minutes

Bayerns älteste noch existierende Beat-Band – wenn auch etwas geschrumpft

NCR-Saal, Augsburg – 1965

Charlie Jahn, frankophiler Schlagzeuger, verpasste seiner Band ihren Namen: Les Djinns (die Flaschengeister), der aber eher selten französisch ausgesprochen wird. Unwidersprochen dürfen sie sich als eine der letzten noch existierenden (aktuell etwas geschrumpften) Beatbands aus den „Roaring Sixties“ bezeichnen – einzigartig im Raum Augsburg, vielleicht sogar Süddeutschland!

Im Alter von 16 Jahren fanden sie sich 1963 zusammen und gründeten eine Schülerband, die aus der Augsburger Musikszene nicht mehr wegzudenken war. Dabei transportierten sie ihre Instrumente anfangs noch auf dem Moped. Hauptsächlich von weiblichen Fans bejubelt, brachten sie mühelos jeden Konzertsaal zum Kochen. Verantwortlich dafür waren vor allem Mädchenschwarm Karl „Charly“ Jahn (Drums) und Frontmann, Gitarrist, Sänger Veit Liebermann. Zusammen mit Jürgen „Beppo“ Krämer (Gitarre), Gerhard „Butzi“ Butzler (Bass) haben die Vier eine musikalische Lücke gefüllt. Durch mehrstimmigen Gesang grenzten sie sich zu anderen Bands der Augsburger Beat-Szene ab.

Spectrum in Augsburg – 1991

Eins ihrer Paradestücke war der Rolling-Stones-Song „Time Is On My Side“. Neben  den Schulbällen traten sie regelmäßig im „Siedlerhof“, „Königsbau“ und im „Saalbau Neustadt“ in Lechhausen auf. Doch ihre Lieblingslocation war der Beat-Keller am Schmiedberg, der „Häringsbräu“. Ein weiteres Highlight war ein Auftritt zusammen mit drei weiteren Augsburger Bands im Vorprogramm von „King Size Taylor and the Dominoes“ im Moritzsaal. Ein Kreischkonzert der Superlative erlebte die Band 1964 während ihres Auftritts in der „Non-Stop-Show der sieben besten Bands“ im Moritzsaal.

Nach einer „kurzen“ kreativen Pause von 1965 bis 1991 (bedingt durch Veits Übertritt zu den Shotguns) gab es anlässlich der legendären, von Sonja Hefele initiierten Back-To-The-Sixties-Veranstaltung eine Wiedervereinigung. Bis auf den 2011 leider verstorbenen Veit Liebermann und die Verstärkung durch den „Ehren-Djinn“ Wolfgang Hefele seit 1991 blieb die Besetzung fast unverändert.

Legendär sind die Djinns-Konzerte im Biergarten „Antoni-Hof“ in Rieblingen, der die Möglichkeit bot, bei schlechtem Wetter die große Bühne im romantischen Stadel zu nutzen. Auch im Tanzsaal des Ristorante „Da Edi“ in Biberbach fanden so manche umjubelte Auftritte statt. Die beliebte „Djinns-Party“ war jedes Mal ein voller Erfolg, das Publikum war stets restlos begeistert vom Sound der 60er Jahre.

Auf der Oldie-Veranstaltung in Gut Mergenthau bei Kissing (2003) sorgten die Djinns zusammen mit den ShotgunsSpiders und Splash für ausgelassene Party-Stimmung, so auch bei der Benefiz-Veranstaltung im Reese-Kino im Januar 2005, bei der sich weitere namhafte Augsburger Bands beteiligten. Sie erbrachte eine beträchtliche Summe zugunsten der Tsunami-Flutopfer.

Biberbach – 2002

Gern gesehene Gäste waren die Djinns auch immer wieder bei verschiedenen Open-Air-Veranstaltungen. Bis an die Landesgrenzen drang der Ruhm der Djinns spätestens, als der Bayerische Rundfunk ein Interview ausstrahlte. 

Butzis Ente – 2006

Im September 2012 nahm sich Drummer Charlie eine einjährige Auszeit, die die Band unbeschadet überstanden hat. Danach verlegte er sich mehr auf das Singen und ließ sich beim Trommeln von moderner Technik unterstützen.

Schwabeneckerl, Augsburg – 2012

Seit sich die „Mannschaftsstärke“ 2021 halbierte, werden die fehlenden Parts mit Computerhilfe ersetzt und kommen quasi „vom Band“. Somit übernahmen Beppo und Wolfgang als Gitarren-Duo die alleinige Verantwortung für das Erbe der Legende. Sie spielen häufig im kleineren Rahmen, z. B. auf Garagenkonzerten oder Gartenfesten. Auch für Geburtstagsfeiern können sie immer noch gebucht werden.

Nur noch zu zweit, Corona-Kellerkonzert – 2021

Das Repertoire bietet live (mit Backingtracks) gespielte Musik der 60er und 70er Jahre, wie z. B. Rolling Stones, Searchers, Kinks, Beach Boys, Troggs, Lords, Everly Brothersbis hin zu den Dire Straits, aber auch – dank Wolfgangs versiertem Gitarrenspiel – jede Menge Instrumentals von den Shadows, Spotnicks und Ventures.

Liberec – Reichenberg (II)

Rathaus Foto: Jiří Jiroutek

Die Stadt Liberecer / Reichenberg liegt im Zittauer Beckens zwischen dem Jeschken (Wahrzeichen der Stadt) und dem Isergebirge. Das Klima der Stadt wird durch ihre Lage im Tal zwischen zwei Gebirgszügen beeinflusst. Durchschnittlicher Jahresniederschlag ist ca. 800 mm. Der regenreichste Monat ist der August , der trockenste der Februar. 

Jeschken Foto: Jiří Jiroutek

Das imposante Rathaus im Stil der Neorenaissance liegt 374 m über dem Meeresspiegel, der höchste Punkt der Stadt ist der Jeschken (Ještěd). Er bring es auf 1.012 m ü/M). Für sportliche Wanderer im Sommer, oder Skifahrer im Winter, empfiehlt sich ein Ausflug per Pedes oder Seilbahn.

Belohnt wird man mit einem grandiosen Rundblick. Wie eine Haube bedeckt der rund 100m hohe futuristisch anmutende Sendeturm, in dem auch ein Hotel mit Restaurant beheimatet ist den Gipfel. Der Architekten Karel Hubáček gewann die Ausschreibung und realisierte den Bau zwischen 1963 und 1973. Die Form des Bauwerks ergänzt die Silhouette des Berges so, dass sie von weiter Entfernung als natürliche Einheit mit dem Berg wahrgenommen wird.

Wieder im Tal laden lauschige Orte an der Neiße, die sich durch die Stadt schlängelt, erholsame Spaziergänge in den umliegenden Wäldern, oder auch ein Ausflug zur Talsperre in Harzdorf ein.

20 Kilometer südlich von Liberec, liegt das Schloss Sychrov (dt. Sichrow) mit der Arthur-Burg im Schlossgarten. Der Ritter Lamotte von Frintopp lies 1690 ein kleines zweistöckiges Landschlösschen bauen, dass 1820 Fürsten Karl Alain Rohan erwarb und erweitern und vergrößern ließ. Die Bauzeit dauerte 15 Jahre. In den Folgejahren bis 1862 kamen immer wieder weitere und bedeutende Veränderung hinzu. Neben dem reich ausgestatteten Mobiliar und einer Ahnengalerie der französische Adelsfamilie, ist in einigen Räumen das Antonin-Dvořák-Museum eingerichtet. Der Komponist hat auf Schloss Sychrov eine seiner Symphonien geschrieben. 

Schloss Sychrov Foto: Jiří Jiroutek

Schloss Lemberg – eine ehemalige Feste – liegt etwa 25 km östlich von Liberec und ist einen Ausflug wert. Auf einer Anhöhe im Lausitzer Gebirge trohnt das geschichtsträchtige Bauwerk mit einem herrlichen Blick ins Tal. Die erste Erwähnung stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert.

Schloss Lemberk Foto: Jiří Jiroutek

Bis zur Enteignung 1945 durch die Tschechoslowakische Regierung, war es im Besitz der Gabriele von Auersperg. 1992 wurde Schloss Lemberg als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 

Schloss Lemberk Foto: Jiří Jiroutek

Schloss Frýdlant – eine ursprünglich Frühgotische Burg mit einem dominanten runden Turm, wurde von der Familie von Ronow erbaut. Im späten 13. Jh. nahmen die Herren von Bieberstein die Burg in Besitz, die das das Ensemble nach und nach erweiterten. 

Schloss Frýdlant Foto: Jiří Jiroutek

Nach etlichen Schlossbränden kamen Ende des 17. Jh. frühbarocke Umbauten dazu.  

Der Öffentlichkeit zugänglich sind 50 Räume, deren Interieur aus den letzten vier Jahrhunderte stammt. Bis 1945 wurde das Schloss – vor allem der Ranaissanceflügel – von der Familie Bieberstein bewohnt.


Fotos: Jiří Jiroutek

Quellen: Wikipedie, Stadt Liberec