Mátala – Μάταλα

Mátala (Μάταλα), das einst verschlafene Dorf an der zentralen Südküste Kretas mit gerade mal knapp 70 Einwohnern, wird vor allem in der Hauptsaison von Touristen im wahrsten Sinne des Wortes überflutet. In der „Touri-Fußgängerzone“ reiht sich ein Souvenirladen an den anderen. An Fastfood- und traditionellen Restaurants fehlt es auch nicht. Das einstige Fischerdörfchen ist heute ein modernes Ferienzentrum, das mit einem  wunderschönen Strand und bizarren Höhlen lockt. Den geringen Eintritt von 2 Euro sollte man durchaus investieren. Es lohnt sich. Die Höhlen stammen aus der Jungsteinzeit und dienten damals den Menschen als Wohnstätten.

Um ca. 150 nach Chr., als Kreta von den Römern besetzt war, wurden die Höhlen als heimlicher Friedhof genutzt, und in einer zur Kirche umgestalteten Höhle hielten die verfolgten Christen ihre heilige Messe ab.

Der griechischen Mythologie nach brachte Zeus die von ihm entführte phönizische Prinzessin Europa hier in Matala an Land, um dann als Adler mit seiner Beute weiter nach Gortyn zu fliegen.

Aber nicht nur der altgriechische „Oberboss“ besuchte den malerischen Ort. Eine weitere Legende besagt, dass sich auch Cäsars Sohn, General Brutus, in Matala aufgehalten hat. Eine der Höhlen, die Brutospeliana, ist nach ihm benannt.

Während der Flower-Power-Zeit kamen viele Hippies nach Matala, vor allem aus den USA. Sie wollten nicht zum Vietnam-Krieg eingezogen werden. Es war eine der größten Friedensbewegungen der Neuzeit. Die Blumenkinder der 60er Jahre besiedelten die historischen Höhlen also aufs neue. Unter ihnen waren  auch Größen wie Cat Stevens, Bob Dylan und Joni Mitchell.

Die Höhlen stehen heute unter Denkmalschutz. Jedes Jahr, jeweils im Juni, findet bei den Höhlen ein Beach-Festival mit Live-Musik statt. Tausende Partygäste lassen dann die Unbeschwertheit der Hippies aus den 1960er Jahren wieder aufleben.

Kreta – Κρήτη

Den altgriechischen Namen Κρήτη gab es schon in der Antike, er ist bis heute noch gültig. Aus der Antike sind auch bedeutende Ausgrabungen erhalten, die man unbedingt besichtigen sollte.

Knossos (Κνωσός) liegt in der Nähe der Hauptstadt Heraklion. Der Palast von Knossos ist neben den Palästen von Mila, Phaistos und Kato Zakros das größte minoische Bauwerk auf Kreta und wurde von Griechenland mit dem europäischen Kulturerbe-Siegel ausgezeichnet. Die beeindruckenden und zum Teil sehr gut erhaltenen Ausgrabungen locken natürlich viele Touristen an. Busweise werden sie dort angekarrt. Trotzdem sollte man sich einen Tag auf den Rummel einlassen.

Lato (Λατώ) war eine antike Stadt im Nordosten der Insel und wurde nach der Göttin Leto benannt. Ursprünglich befand sich dort eine minoische Siedlung. Die antiken Bewohner prägten sogar ihre eigenen Münzen. Die Ruinen stammen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Die Grundmauern der Wohnhäuser sind gut erkennbar, sowie auch die Heiligtümer, wie z. B. die Reste der Agora oder die einer Zisterne. Die Historiker fanden heraus, dass Nearchos, ein Admiral unter Alexander dem Großen, wahrscheinlich aus Lato stammt.

Kreta liegt 100 Kilometer südlich vom Festland und ist die größte griechische Insel nach Zypern und die zweitgrößte des östlichen Mittelmeeres. Nach Afrika (Libyen) sind es nur ca. 300 km. Von der östlichen bis zur westlichen Küste misst sie 250 km, die schmalste Stelle ist nur 12 Kilometer breit.

Kreta ist sehr gebirgig. Während im Süden eher steile Küstenformen vorzufinden sind, lockt der Norden mit herrlichen, flachen Sandstränden. So wird Kreta sowohl von Wanderfreunden als auch von den klassischen Strandtouristen gerne besucht. Nicht zuletzt lockt die kurze Flugzeit – gerade mal knappe drei Stunden von München aus. Das Klima verspricht von März bis Oktober einen angenehmen Aufenthalt. Im Frühjahr und Herbst herrscht ein eher gemäßigtes Badewetter, im Sommer muss man mit 30 Grad und mehr rechen.

Der Psiloritis im Idagebirge ist mit seinen 2.456 m der höchste Berg der Insel; ihm folgt der Lefka Ori (2.352 m). Bizarre Schluchten und Höhlen durchziehen die ganze Insel. Wer nicht wandern will, kann die Landschaft auch vom Auto, Motorrad oder „Quad“ aus genießen. Bis auf wenige Ausnahmen muss man allerdings Straßen und Wege in sehr schlechtem Zustand in Kauf nehmen.