Les Djinns

 sonja0502  Allgemein  26. März 2022 2 Minutes

Bayerns älteste noch existierende Beat-Band – wenn auch etwas geschrumpft

NCR-Saal, Augsburg – 1965

Charlie Jahn, frankophiler Schlagzeuger, verpasste seiner Band ihren Namen: Les Djinns (die Flaschengeister), der aber eher selten französisch ausgesprochen wird. Unwidersprochen dürfen sie sich als eine der letzten noch existierenden (aktuell etwas geschrumpften) Beatbands aus den „Roaring Sixties“ bezeichnen – einzigartig im Raum Augsburg, vielleicht sogar Süddeutschland!

Im Alter von 16 Jahren fanden sie sich 1963 zusammen und gründeten eine Schülerband, die aus der Augsburger Musikszene nicht mehr wegzudenken war. Dabei transportierten sie ihre Instrumente anfangs noch auf dem Moped. Hauptsächlich von weiblichen Fans bejubelt, brachten sie mühelos jeden Konzertsaal zum Kochen. Verantwortlich dafür waren vor allem Mädchenschwarm Karl „Charly“ Jahn (Drums) und Frontmann, Gitarrist, Sänger Veit Liebermann. Zusammen mit Jürgen „Beppo“ Krämer (Gitarre), Gerhard „Butzi“ Butzler (Bass) haben die Vier eine musikalische Lücke gefüllt. Durch mehrstimmigen Gesang grenzten sie sich zu anderen Bands der Augsburger Beat-Szene ab.

Spectrum in Augsburg – 1991

Eins ihrer Paradestücke war der Rolling-Stones-Song „Time Is On My Side“. Neben  den Schulbällen traten sie regelmäßig im „Siedlerhof“, „Königsbau“ und im „Saalbau Neustadt“ in Lechhausen auf. Doch ihre Lieblingslocation war der Beat-Keller am Schmiedberg, der „Häringsbräu“. Ein weiteres Highlight war ein Auftritt zusammen mit drei weiteren Augsburger Bands im Vorprogramm von „King Size Taylor and the Dominoes“ im Moritzsaal. Ein Kreischkonzert der Superlative erlebte die Band 1964 während ihres Auftritts in der „Non-Stop-Show der sieben besten Bands“ im Moritzsaal.

Nach einer „kurzen“ kreativen Pause von 1965 bis 1991 (bedingt durch Veits Übertritt zu den Shotguns) gab es anlässlich der legendären, von Sonja Hefele initiierten Back-To-The-Sixties-Veranstaltung eine Wiedervereinigung. Bis auf den 2011 leider verstorbenen Veit Liebermann und die Verstärkung durch den „Ehren-Djinn“ Wolfgang Hefele seit 1991 blieb die Besetzung fast unverändert.

Legendär sind die Djinns-Konzerte im Biergarten „Antoni-Hof“ in Rieblingen, der die Möglichkeit bot, bei schlechtem Wetter die große Bühne im romantischen Stadel zu nutzen. Auch im Tanzsaal des Ristorante „Da Edi“ in Biberbach fanden so manche umjubelte Auftritte statt. Die beliebte „Djinns-Party“ war jedes Mal ein voller Erfolg, das Publikum war stets restlos begeistert vom Sound der 60er Jahre.

Auf der Oldie-Veranstaltung in Gut Mergenthau bei Kissing (2003) sorgten die Djinns zusammen mit den ShotgunsSpiders und Splash für ausgelassene Party-Stimmung, so auch bei der Benefiz-Veranstaltung im Reese-Kino im Januar 2005, bei der sich weitere namhafte Augsburger Bands beteiligten. Sie erbrachte eine beträchtliche Summe zugunsten der Tsunami-Flutopfer.

Biberbach – 2002

Gern gesehene Gäste waren die Djinns auch immer wieder bei verschiedenen Open-Air-Veranstaltungen. Bis an die Landesgrenzen drang der Ruhm der Djinns spätestens, als der Bayerische Rundfunk ein Interview ausstrahlte. 

Butzis Ente – 2006

Im September 2012 nahm sich Drummer Charlie eine einjährige Auszeit, die die Band unbeschadet überstanden hat. Danach verlegte er sich mehr auf das Singen und ließ sich beim Trommeln von moderner Technik unterstützen.

Schwabeneckerl, Augsburg – 2012

Seit sich die „Mannschaftsstärke“ 2021 halbierte, werden die fehlenden Parts mit Computerhilfe ersetzt und kommen quasi „vom Band“. Somit übernahmen Beppo und Wolfgang als Gitarren-Duo die alleinige Verantwortung für das Erbe der Legende. Sie spielen häufig im kleineren Rahmen, z. B. auf Garagenkonzerten oder Gartenfesten. Auch für Geburtstagsfeiern können sie immer noch gebucht werden.

Nur noch zu zweit, Corona-Kellerkonzert – 2021

Das Repertoire bietet live (mit Backingtracks) gespielte Musik der 60er und 70er Jahre, wie z. B. Rolling Stones, Searchers, Kinks, Beach Boys, Troggs, Lords, Everly Brothersbis hin zu den Dire Straits, aber auch – dank Wolfgangs versiertem Gitarrenspiel – jede Menge Instrumentals von den Shadows, Spotnicks und Ventures.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s