Glitzer und Gift der Zwanzigerjahre Georg Grosz in Berlin

Mit »Glitzer und Gift der Zwanzigerjahre. George Grosz in Berlin« wird in der Staatsgalerie das Leben und das Leiden in der Weimarer Republik wieder lebendig. Schonungslos prangert der Maler gesellschaftliche Ungerechtigkeiten an. Die Ausstellung wurde ursprünglich für das Metropolitan Museum of Art in New York geplant, aber pandemiebedingt abgesagt. Von der Staatsgalerie adaptiert, sind nun dort neben hochkarätigen Leihgaben aus Europa und den USA auch Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken aus der eigenen Sammlung zu sehen – vom 18. November 2022 bis zum 26. Februar 2023.

Unsere Vorstellung vom Leben und Leiden im Berlin der ›Goldenen Zwanziger‹ hat ein Maler besonders geprägt: George Grosz. In seinen Werken inszeniert er den moralischen Zerfall der deutschen Gesellschaft nach dem Ersten Weltkrieg in aller Schonungslosigkeit. Weil er unbarmherzig die Lebenslust und Abgründigkeit der Weimarer Republik darstellt, muss er sich mehrfach gegen den Vorwurf des »Angriffs auf die öffentliche Moral« vor Gericht verantworten. Satirisch und rabiat zugleich seziert er die Realität seiner Zeit und lüftet den klischeebesetzen, glitzernden Vorhang dieses geschichts¬trächtigen Jahrzehnts. Bis heute haben die gezeigten Werke, die vorwiegend zwischen 1917 und 1933 entstanden sind, dank seiner spitzen Feder und seines humanistischen Anspruchs nichts an Faszination verloren. Wie sich der Stil des Künstlers in den 1920er-Jahren entwickelt, beleuchtet die Ausstellung »Glitzer und Gift der Zwanzigerjahre. George Grosz in Berlin«, die ab heute zu sehen ist.

Die Ausstellung wurde ursprünglich unter dem Titel »The Relentless Eye: George Grosz in Berlin« von Dr. Sabine Rewald für das Metropolitan Museum of Art in New York geplant, aber wegen der Pandemie abgesagt. Von November 2022 bis Februar 2023 ist sie nun mit erweiterter Werkauswahl in der Staatsgalerie zu erleben. Die rund 100 präsentierten Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken stammen aus öffentlichen und privaten Sammlungen in Europa und den USA und werden um Werke aus dem Bestand der Staatsgalerie ergänzt.

Der Katalog von Dr. Sabine Rewald ist in einer deutschen Ausgabe beim Hirmer Verlag erschienen und als Begleitbuch zur Ausstellung für 38 € erhältlich.

Zeitgleich zeigt die Staatsgalerie in ihrem Graphik-Kabinett Radierungen des französischen Künstlers Georges Rouault, die während des Ersten Weltkriegs entstanden und mit den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs erst 1948 veröffentlicht werden konnten.

Georg Grosz, Sonnenfinsternis (1926)

Text und Bild: Staatsgalerie Stuttgart

 „Europas-Werte-Wanderweg“  entlang des Wertach-Ufers in Augsburg

Die Europa-Union Bayern entwickelte unter der Leitung von Dr. Ute Hartenberger eine zweisprachige (deutsch-tschechische) Outdoor-Wanderausstellung, die auf acht Tafeln europäische Grundwerte wie Freiheit, Demokratie, Gleichheit und Rechtstaatlichkeit den Menschen in leicht verständlicher und in ansprechender Gestaltung näherbringen soll. Ergänzend dazu gibt es eine Website mit weiterführenden Informationen: https://euwww.eu/.

Seit April 2021 ist diese Outdoor-Ausstellung in Form eines Pop-Up Angebots an verschiedenen Stationen in Bayern und Tschechien für jeweils vier Wochen zu sehen, unter anderem in Liberec (Augsburgs Partnerstadt). Am 6. Oktober wurde der Rundgang in Augsburg im Rahmen eines ansprechenden und informativen Programms von Bgm. Bernd Kränzle eröffnet. Grußworte sprachen der aus Brüssel angereiste Markus Ferber (Mitglied des Europäischen Parlaments), Thorsten Frank (Landesvorsitzender der EU Bayern) und Matthias Fink (Präsident von Augsburg International). Den Rundgang moderierte die Organisatorin des Eröffnungsprogramms, Sonja Hefele

v.l.: Thorsten Frank, Sonja Hefele, Matthias Fink, Markus Ferber, Bgm. Bernd Kränzle

Acht europafreundliche Vereine aus Augsburg berichteten an jeweils einer der aufgestellten Tafeln kurz über ihre Arbeit, jeweils angereichert mit einer individuellen Darbietung. Der tschechischen Ratspräsidentschaft geschuldet, sang die Sopranistin Kateřina Sokolová (Mitglied der Deutsch-Tschechischen Gesellschaft in Augsburg und Schwaben e. V.) die tschechische Nationalhymne und las Zitate aus Václav Havels Rede anlässlich der Verleihung des Internationalen Karlspreises zu Aachen im Jahr 1991. 

Kateřina Sokolová

Ergreifend und authentisch war der Auftritt der jungen Sängerin Yevheniia Sobolevska (Deutsch-Ukrainischer Dialog e.V.).

Yevheniia Sobolevska

Für einen nicht geplanten und überraschenden Aufritt sorgte einer der aus Charkiv geflüchteten Ukrainer, indem er mit einer armenischen Flöte, die er symbolhaft seit seiner Flucht bei sich trägt, eine kurzes Musikstück zum Besten gab.

Valentyn aus Charkiv

Reiner Link – Vorsitzender der Französischen Gesellschaft – prüfte das Wissen der ca. 40 Besucher mit einem nicht ganz ernstgemeinten Quiz.

Europa-Quiz gestaltet von der Deutsch-französischen Gesellschaft
Cristian Niculae-Rosca vom Verein Augsburg pe Româneşte verteilt „Süßes“

An der darauffolgenden Tafel konnten sich alle Teilnehmer mit rumänischen Backwaren stärken. Es war köstlich! Den Abschluss gestalteten zwei Institutionen: Diakon Rui Mendes von der Portugiesischen Mission Augsburg las Gedichte in portugiesischer Sprache, und Frau Marie-Luise Kotzian (Mitglied der Heimatgruppe „Glück auf“) demonstrierte die fast vergessene Handarbeit „Klöppeln“.

Diakon Rui Mendes von der Portugiesischen Mission Augsburg
Frau Marie-Luise Kotzian mit Sonja Hefele

Der erfolgreiche Auftakt weckte den Wunsch nach einer Verlängerung der Installation an der Wertach. Gespräche dazu werden bereits geführt. 

Lesung und Gespräch mit Anna Fodorová und ihrer Übersetzerin Christina Frankenberg

„Lenka ReinerováAbschied von meiner Mutter

21. September, 19 Uhr in der Stadtbücherei Augsburg

Sie war die letzte deutschsprachige Autorin Prags, sie war Jüdin und bis zu ihrem Tod 2008 in Prag hat sie alle überlebt: Anna Seghers, Egon Erwin Kisch, Max Brod. Vor den Nazis flüchtet sie über Paris, Marseille und Casablanca bis nach Mexiko-City, nach ihrer Rückkehr wird sie im Zuge der stalinistischen Säuberungen in der Tschechoslowakei inhaftiert – Lenka Reinerová lebte ohne Zweifel eine derbewegendsten Biografien des vergangenen Jahrhunderts.

In ihrem so poetischen wie persönlichen Buch nimmt ihre Tochter Anna Fodorová, die heute als Psychotherapeutin in London lebt, Abschied von der berühmten Mutter. Es ist die Geschichte der letzten Jahre von Lenka Reinerová, es ist eine neue Begegnung mit der großen Dame der deutsch-tschechischen Literatur, und es ist der Blick einer erwachsenen Tochter auf das Leben mit ihrer Mutter – persönlich, poetisch und tief berührend.

Anna Fodorová wurde 1946 in Belgrad geboren und wuchs in Prag auf. Seit der Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 lebt sie in London, wo sie damals ein Filmstudium am Royal College of Art absolvierte. In London ist sie noch immer zu Hause, inzwischen arbeitet sie als Psychotherapeutin und hat sich auf transgenerationale Traumata spezialisiert. 2020 veröffentlichte sie im Prager Verlag Labyrint ihr auf Tschechisch verfasstes Buch Lenka Reinerová – Abschied von meiner Mutter, dessen deutsche Übersetzung im April bei btb erschien.

Christina Frankenberg ist Bohemistin und stellvertretende Leiterin des Tschechischen Zentrums Berlin, für das sie u. a. die literarischen Programme kuratiert. Sie übersetzt sie zeitgenössische Prosa und Texte zu Literatur, Kunst und Geschichte.

Starlight Express rockt den „Kohlenpott“

Auf meiner sommerlichen Entdeckungsreise durch Deutschland besuchte ich unter anderem die sechstgrößte Stadt Nordrhein-Westfalens, die im Zentrum des größten Ballungsraums Deutschlands liegt. Was mich jedoch dieses Mal nach Bochum zog, war nicht der Bergbau und auch nicht Herbert Grönemeyer (der übrigens schon lange nicht mehr dort lebt), sondern der legendäre Starlight Express!

Das Erfolgsmusical erzählt den Traum eines Kindes, in dem Züge aus verschiedenen Ländern an einem rasanten Rennen teilnehmen. Der amtierende Weltmeister ist die Diesellok „Greaseball“. „CoCo“, der Schnellzug aus Frankreich, „Manga“ der japanische Shinkansen-Zug, der italienische Rom-Mailand-Express „Espresso“, der deutsche ICE „Ruhrgold“ und die junge Dampflok „Rusty“ fordern den „Diesel-Protz“ heraus. Der Held der Geschichte ist die junge, aber rostige Dampflok „Rusty“.

Showfoto STARLIGHT EXPRESS

Seit 2018 starten bei der internationalen Züge-Weltmeisterschaft auch weibliche Lokomotiven, wie zum Beispiel die französische Lok „Coco“. Die Figur der „Alte Dampflok“, die bisher vom „Papa“ verkörpert wurde, ist in der neuen Version eine „Mama“. Neu im Rennen ist der internationale Zug „Brexit“, der jedoch nur einen kurzen Auftritt hat, da er die falsche Ausfahrt erwischt und somit ausscheidet. Ein kleiner Seitenhieb?

Showfoto STARLIGHT EXPRESS

Die E-Lok „Electra“ wurde mit modernsten technischen Spezialeffekten ausgestattet. Neu im Spiel ist auch der 1.-Klasse-Waggon „Pearl“, der sich zwar zu „Rusty“ hingezogen fühlt; doch zu seiner großen Enttäuschung fährt Pearl doch das erste Rennen mit „Electra“.

In seiner größten Trauer taucht plötzlich der legendäre Starlight Express auf, der dem mutlosen „Rusty“ zu neuem Selbstbewusstsein verhilft. Mit neuem Mut geht die rostige Dampflok ins Finale und „Pearl“ begreift, wer ihre wahre Liebe ist.

Showfoto STARLIGHT EXPRESS

Zum ersten Mal besuchte ich diese spektakuläre Musicalshow bereits 1988 und war schon damals sehr beeindruckt. Zum 30-jährigen Jubiläum 2018 wurde das Musical umfassend überarbeitet und modernisiert. In der Rekordzeit von nur 19 Monaten wurden ein neues Bühnenbild, neue Soundanlage und ein höchst innovatives Lichtdesign kreiert. Andrew Lloyd Webber hat unter anderem an passenden Stellen neue musikalische Akzente gesetzt. So wurde das Musical zum Beispiel durch einen mitreißenden und vom Publikum gefeierten Rap bereichert. Auch die Bandansage des kleinen Jungen wurde entsprechend der heutigen Zeit überarbeitet. 

Wie sich die Produktion an aktuelle Begebenheiten anpasst, wird einem bereits im „Opening“ klar vorgeführt. Während die internationalen Lokomotiven mit wehenden Fahnen an den Zuschauern vorbeirasen, darf der russische Trans-Sibirien-Express „Turnov“ zwar mitfahren, seine Fahne bleibt jedoch eingerollt. Der Grund ist Russlands Angriffskrieg in der Ukraine. Eine weitere Solidaritätsbekundung ist die leicht veränderte Textpassage: aus „Putins Shootingstar“ wurde „Hashtag Oligarch“. 

Starlight Express – das ist: rasante Unterhaltung, Eintauchen in eine fantasievolle Welt von Geschwindigkeit, spektakuläre Action und tiefe Emotionen. Die Reise quer durch Deutschland hat sich gelohnt und mein siebenjähriges Ferienkind Nora war mindestens so begeistert wie ich. Nebenbei: uns trennen 66 Jahre!

So sieht Begeisterung aus!

Empfehlenswert ist das „Family & Friends“ Sommerangebot (gültig noch bis 9. September 2022) ab 150 €. Nutzen können es Familien bis zu 5 Personen mit mindestens 2 Kindern (Family-Paket), oder bis zu 4 Erwachsene (Friends-Paket).

Skate Warm-up

Skate Warm-up jeden Donnerstag: Für 19,90 € (Erwachsene) und 14,90 € (Kinder) kann man dem Ensemble beim Skate-Warm-up zuschauen und nebenbei auch interessante Informationen zum Musicaltheater erfahren.

Informationen dazu unter: www.starligt-express.de/family-friends

Tickets und weitere Infos: www.starlight-express.de

Rügen

Die Ostseeinsel ist vor allem bekannt wegen der weitläufigen Strände und der weißen Kreidefelsen – dem „Königsstuhl“ auf der Halbinsel Jasmund. Die zwölfstündliche Autofahrt hat uns ziemlich viel Geduld abverlangt, doch am Ziel waren alle Strapazen vergessen. Bisschen Wind, bisschen bewölkt, genug Sonne und viel Strand!

Über den Kreidefels muss man nicht mehr viel schreiben. Er ist da und eine Attraktion! Weniger bekannt ist das in Sassnitz liegende englische U-Boot „HMS Otus“, das als Marinemuseum genutzt wird. Platzangst sollte man nicht haben.

Empfehlenswert ist eine Radtour auf die Halbinsel Bug (500 ha) – südlichwestlich von Dranske – misst an der schmalsten Stelle nur 55 Meter. Der Name „Bug“ wird zum einen auf den im Jahre 1284 erstmals urkundlich erwähnten Inhaber der Landzunge, Ritter Antonius de Buge, zurückgeführt. Zum anderen wird Bug von der deutschen Bedeutung „Biegung“ abgeleitet. An der südlichsten Spitze befindet sich der sogenannte„Buger Haken“. Er ist der größte „Sandhaken“ der Insel und wächst weiter. In den Jahren 1835 bis 1930 wuchs er durch Sandanlagerungen jährlich um durchschnittlich sechs Meter. 1961 bis 1965 errichtete man dort einen Stützpunkt für die 6. Flottille der Volksmarine; bis 1990 blieb er Stützpunkt der Schnellbootflottille und Sperrgebiet. Im darauffolgenden Jahr wickelte die Bundesmarine den Stützpunkt ab.

Der nördlichste Punkt Rügens soll Kap Arkona sein, was allerdings nicht richtig ist. Ungefähr einen Kilometer weiter nordwestlich befindet sich eine Stelle der Steilküste, Gellort genannt, die noch etwas weiter nördlicher ist. Kap Arkona gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen auf Rügen und lockt jährlich ca. 800.000 Besucher an. Am Kap befinden sich zwei Leuchttürme, ein ehemaliger Marinepeilturm, zwei ehemalige Militärbunker, eine Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes und Reste der Jaromarsburg. Die ehemalige Kultstätte des slawischen Stammes der Ranen war vom 9. bis zum 12. Jahrhundert dem Gott Svatovit gewidmet. In den letzten Jahrhunderten sind immer wieder große Teile des Kliffs ins Meer gestürtzt, weshalb von der Tempelburg heute nur noch der Burgwall sichtbar ist.

Eine Reise an die „Ooostee“ -Lübeck

Die Hansestadt Lübeck wurde 1143 gegründet und erhielt bereits 1160 das Stadtrecht. Sie gilt als die „Königin und Mutter der Hanse“, wird auch die „Stadt der Sieben Türme“ und das „Tor zum Norden“ genannt. Die Altstadt liegt auf einer der Trave-Inseln. Mit ihren unzähligen Kulturdenkmälern wurde sie 1987 als Teil des UNESCO-Welterbes ausgerufen.

Das Holstentor

Die „Backsteingotik“ entstand im Mittelalter, als Lübeck die Hauptstadt der Hanse war. Eines der bekanntesten Wahrzeichen der „Marzipanstadt“ ist das Holstentor, das – selbstverständlich auch aus Backstein – 1478 fertiggestellt wurde. Das spätgotische Bauwerk gehört zusammen mit dem weniger bekannten Burgtor zu den Überresten der Stadtbefestigung.

Über die zahlreichen interessanten Bauwerke könnte man viel schreiben. Doch besonders möchte ich auf die Marienkirche hinweisen, die im 13. – 14. Jahrhundert errichtet wurde und als Vorbild für viele Kirchen dieses Stils im Ostseeraum Pate stand. Mit der Marienkirche wurde der hochstrebende Gotik-Stil aus Frankreich mit norddeutschem Backstein umgesetzt. Bis heute enthält sie das höchste Backsteingewölbe der Welt – das Mittelschiff misst 38,5 Meter. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das zerstörte Bauwerk wieder aufgebaut.

Nach dem Holstentor ist der meistfotografierte Ort von Lübeck der Teufelsstein, der direkt an den Außenmauern der Marienkirche liegt und auf dem seit 1999 ein kleiner bronzener Teufel sitzt. Teufel und Kirche? Eine Tafel klärt auf, hier eine verkürzte Version:

Als man die Grundmauern für die Marienkirche legte, kam der Teufel vorbei. Man erzählte ihm, man sei dabei, ein Weinhaus zu errichten. Der Teufel freute sich und legte begeistert selbst Hand an. Wegen seiner teuflischen Kräfte soll die Kirche in Rekordzeit entstanden sein. Kurz vor Fertigstellung aber wurde dem Teufel klar, dass er hereingelegt worden war, dass er an einem Gotteshaus mitgebaut hatte. Wutentbrannt wollte er einen großen Steinbrocken auf die fast fertige Kirche schleudern. Doch als man ihm versprach, daneben noch ein Weinhaus zu bauen, ließ er den den Riesenbrocken neben der Kirchenmauer fallen. Ob er sich an dem Ratskellerbau beteiligte, weiß man nicht.“

Ohne es zu wissen, half der Teufel beim Kirchenbau

Sommerreise durch Deutschland fe more – Fehmarn

Die wunderschöne Ostseeinsel wurde vor rund 4300 Jahren durch geologische Kräfte vom Festland abgetrennt. Die ersten Siedlungsspuren deuten auf Fischer. In der Zeit von 400 bis 900 n. Chr. besiedelten Slawen weite Teile der Region im Nordosten, unter anderem Pommern (po more – am Meer) und Fehmarn (fe more – im Meer).

Wir haben die Insel „per pedales“ erkundet. Dabei stießen wir auf einen 2,5 m hohen Gedenkstein. Nicht schlecht überrascht hat uns die Inschrift: „Am 5. September 1970 um 12:56 betrat Jimi Hendrix hier die Bühne des Love-and-Peace-Festivals.“ Es war sein letzter Auftritt vor seinem Tod. Diese Pilgerstätte ist nicht ganz einfach zu finden. Sie liegt am Ende des Campingplatzes „Flügger Strand“, ca. 60 m vom Strand entfernt.

Die fleißigen Radler Sonja und Wolfgang

Das Naturschutzgebiet – mit strengsten Auflagen, ein sogenanntes „Totalreservat“ – befindet sich südlich von Flügge auf dem Nährungshaken, „Krummsteert“ (krummer Schwanz) genannt. Gerne hätten wir dieses Gebiet durchfahren, doch auf Grund des Prozessschutzes ist das Betreten streng verboten.

Begeistert haben uns die Blütenrabatten entlang der meisten Landstraßen.

Kornblumen und Klatschmohn

In Burg, der „Hauptstadt“ der Insel, sollte man unbedingt das Aquarium mit Deutschlands größtem Haifischbecken besuchen. Das „Meereszentrum“ wurde 2005 fertiggestellt und hat sicher schon bessere Tage erlebt. Trotzdem: wann hat man schon Gelegenheit, Sandtiger-, Schwarzspitzen-, Zitronen- und Ammenhaie aus nächster Nähe zu beobachten? Erwähnenswert ist auch eine weitere Attraktion: In einer 900 Quadratmeter großen Freiflughalle flattern bis zu 1000 Falter herum. Rund vierzig verschiedene Arten, unter anderem auch der größte Schmetterling der Welt. Selbst wenn man nicht gerade das Glück hat, den Atlas-Seidenspinner mit einer Flügelspanne von bis zu 30 cm in seiner ganzen Pracht zu sehen (er hat eine Lebensdauer von nur fünf Tagen), ist ein Besuch im Schmetterlingspark recht vergnüglich und interessant.

Tourist-Informationen

Dialog 2005 -2022

Augsburg und Liberec

Die Kulturtage der beiden Partnerstädte Liberec und Augsburg –  mit der Überschrift „Dialog“ – fördern die Begegnung zweier Völker, die nicht nur während einiger Kulturtage im Dialog stehen wollen. Es ist ein Dialog, der Wochen, Monate, Jahre, ja Jahrzehnte fortdauert. „Dialog“ ist ein Symbol für eine Nachbarschaft, deren Sprache sich zwar unterscheidet, die aber im Denken und in der Sicht auf wichtige Dinge des Lebens zusammentrifft.

Die Veranstaltungsreihe (erstmalig im Oktober 2005 in Liberec) findet im 2-jährigen Wechsel statt. Sie ist ein Baustein in den Gesamtaktivitäten der beiden Partnerstädte Augsburg und Liberec (2001 – 2022). Mittels des kulturellen Austauschs sollen sich die Menschen – trotz der sprachlichen Barrieren – besser kennenlernen. Die jeweiligen Programme beinhalten ein breites Spektrum von Darbietungen im Genre Theater, Film, Musik, Vorträge, und Kunstausstellungen. Die Verantwortlichen sind bemüht, alle Altersgruppen einzubinden und anzusprechen. Bausteine einer reizvollen Nachbarschaft sind unter anderem gemeinsames Erleben, gemeinsames Gestalten, sowie gegenseitige Besuche der Bürger.

Projekte wie das hier beschriebene begünstigen die Reisebereitschaft und somit auch das gegenseitige Kennenlernen der Städte und deren Umgebung, sowie der Menschen. Sich mit den Eigenarten und Bräuchen der anderen auseinanderzusetzen, fördert das gegenseitige Verstehen und steigert die eigene Toleranzbereitschaft allem Fremden gegenüber. Die Durchführung eines solchen Projekts trägt zur Belebung der Partnerschaften bei. Dank internationaler Werbung (in Deutschland und Tschechien) wird das Prestige der jeweiligen Regionen und Städte erhöht.

Die langjährige und unverkrampfte Zusammenarbeit fördert schon im Vorfeld, auch auf oft schwierigem Terrain, die gegenseitige Annäherung und das Verständnis mit einer äußerst positiven Folgewirkung. Vertreter aller Bereiche, in diesem Fall Augsburger, Liberecer und Reichenberger – auch generationenübergreifend – stellen seit über 20 Jahren gemeinsam ein ausgewogenes Kulturprogramm zusammen. 

So fanden in Zusammenarbeit mit den Augsburger Kunstsammlungen und der Obastní Galerie Liberec alle zwei Jahre beachtenswerte Ausstellungen statt. Vorgestellt wurden z. B. Künstler wie Lüpertz, Kaminski, Hama, Jiroutek. Letzterer setzte sich fotografisch mit dem Thema „Schwarz-Weiß“ a useinander. Mit diesem Projekt ist es erstmals gelungen, Kunst und Politik überlappend darzustellen. Denn das gesellschaftspolitische Gefüge zwischen Tschechen, Sudetendeutschen und Einheimischen ist immer wieder ein Thema, wenn auch mittlerweile mit deutlich abschwellender Tendenz.

Mit dem Thema „überWunden“ wurde ein weiteres Zeichen zu „gemeinsam geht es besser“ gesetzt. In einem Workshop wurden unter der Leitung der Künstlerin Jitka Mrázková aus Liberec, zusammen mit in Augsburg lebenden Flüchtlingen, Beton-Platten mit dem Titel „Spuren – Stopy“, hergestellt und dauerhaft im Botanischen Garten und auf einem Spielplatz des Grandhotel Cosmopolis verlegt. Und weil Musik keine Grenzen und keine Verständigungshindernisse kennt, sind natürlich immer auch interessante musikalische Programmpunkte vertreten. Unzählige Orchester verschiedener Genres, Chöre und Solokünstler sind seither Teil dieses grenzüberschreitenden Projekts. 

Ein nicht zu übersehendes Faktum solcher Projekte ist, dass die Verbundenheit der Menschen, deren Sprache unterschiedlich ist, spürbar wird und sicher weiter wachsen wird. Man darf nur nicht nachlassen!

Dialog in Liberec 12. – 15. Mai 2022
Dialog „Schwarz – Weiß“

Dialog „überWunden“
Dialog Jiří Jiroutek

Dialog Land-Art-Künstlers Hama Lohrmann

Oh, wie schön ist Panama

Foto: Martin Grüneis

Eine Abenteuerreise für die ganze Familie

Das beliebte Kinderbuch „Oh, wie schön ist Panama“ von Janosch nimmt seit 1978 kleine und große Abenteurer mit auf eine unglaubliche Reise um die Welt – und zeigt ganz nebenbei, worauf es im Leben wirklich ankommt. Die brandneue Musical-Adaption des Klassikers, basierend auf dem gleichnamigen Zeichentrick-Film von 2006, kommt im Mai auf die Bühne des Deutschen Theaters, Schwanthalerstraße 13 in München.

Die Musical-Adaption realisierte Irina Probost, die bereits für die Kinofilm-Produktion als Produzentin verantwortlich zeichnete, in Koproduktion mit Reinhold Hoffmann. Die phantasievolle Musical-Produktion entführt kleine und große Besucher live an Bord des Segelboots mit Kurs auf das vermeintliche Paradies. Eine wundervolle poetische Geschichte über Freundschaft, Heimat und das große Glück.

Regisseur Florian Schmidt inszeniert das interaktive Singspiel – mit und im Publikum – für Weltenbummler ab vier Jahren. Die spritzigen Lieder von Pop über Rock bis HipHop, die von einer fünfköpfigen Live-Band gespielt werden, komponierte Co-Produzent Reinhold Hoffmann, vielen Fans der Band Haindling bekannt. Er komponierte bereits für den Kinofilm den fröhlichen „Panama Song“, der richtig Lust zum Mitsingen macht und natürlich im Musical nicht fehlen darf.

Vorstellungszeiten: 6. – 15. Mai
Montag – Sonntag: 11:00 Uhr und 15:00 Uhr
Donnerstag, 07.01. um 14:00 Uhr und 17:00 Uhr
Freitag, 08.01. um 14:00 Uhr und 17:00 Uhr

Informationen zum Vorverkauf: Tickets: ab 7,50 € (Kind) / ab 15 € (Erwachsener), Ticket-Buchung und Versand über den telefonischen Kartenservice: 089 / 55 23 44 44, Montag bis Freitag, 9:00 bis 18:00 Uhr, Samstag 9:00 bis 14:00 Uhr. Infos und Ticketbuchung auch unter http://www.deutsches-theater.de sowie an der Tageskasse im Deutschen Theater, Schwanthalerstraße 13 (Montag bis Samstag, 10:00 bis 19:00 Uhr), über München Ticket und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Text: Deutsches Theater

Die Päpstin

Das Erfolgs-Musical nach dem gleichnamigen Roman-Bestseller von Donna W. Cross, neuinszeniert von Benjamin Sahler, ist erstmals in München zu sehen.

Foto: Michael Böhmländer

Großartige Songs aus der Feder von Dennis Martin, mitreißende Choreografien und eine opulente Ausstattung entfachen auf der Bühne einen Kampf um Glaube und Liebe. Erzählt wird die Geschichte von Johanna, die sich als Mann ausgibt und vom einfachen Mönch bis zum Papst aufsteigt.

Der Roman Die Päpstin erschien kurz nach seiner Veröffentlichung 1996 in den USA auch in einer deutschen Übersetzung. Bis heute wurde er allein in Deutschland über fünf Millionen Mal verkauft. In der ZDF-Sendung „Unsere Besten“ landete er 2004 in der Kategorie „Die Lieblingsbücher der Deutschen“ auf Platz 10. 2009 verfilmte der Regisseur Sönke Wortmann den Stoff. Zwei Jahre später feierte das Musical seine Uraufführung in Fulda.

Foto: Michael Böhmländer

Text: Deutsches Theater

Vorstellungszeiten vom 6. bis 10. April:
Mittwoch – Freitag: 19:30 Uhr
Samstag: 15:00 Uhr und 19:30 Uhr
Sonntag: 14:30 Uhr und 19:00 Uhr